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100 Jahre Steinkohlenbergbau in
Kamp-Lintfort
- Einführung -
Letzte Aktualisierung: 15.05.2015
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Aktuelles Vorwort Über Kamp-Lintfort Chronologie der Bergbaugeschichte von Kamp-Lintfort Literatur nach unten

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15.05.2015: heute konnten wir den 4.750. Besucher auf unserer Homepage besuchen!

14.10.2013: Auf der Seite "Beginn des Steinkohlenbergbaus ..." wurde ein Porträt von Friedrich von Diergardt eingefügt; außerdem wurde die "Chronologie" um die Ereignisse ab 2008 ergänzt!

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Vorwort

vereinsemblem_2002.jpgIm Jahre 2006 konnte das heutige Bergwerk West der Deutschen Steinkohle GmbH auf 100 Jahre seines Bestehens zurückblicken. Auch heute noch wird das Kamp-Lintforter Stadtbild und das Leben eines großen Teils der Bevölkerung stark durch den Bergbau bestimmt.

Maßgeblich geprägt wurde unsere Gegend über viele Jahrhunderte hinweg durch das Kloster in Kamp, das - im Jahre 1123 vom Erzbischof Friedrich von Köln gestiftet - das erste Zisterzienserkloster auf deutschem Boden war und von dem aus viele Tochterklöster gegründet wurden.

Einen enormen Aufschwung nahm unsere Stadt vor 100 Jahren, als das Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich errichtet wurde und die Streusiedlung Lintfort sich zum eigentlichen Stadtzentrum entwickelte. Seitdem ist die Stadt immer mehr gewachsen und nicht nur am Niederrhein als "Kloster- und Zechenstadt" ein Begriff geworden.

Die Ansichtskarte aus der zweiten Hälfte der achtiziger Jahre zeigt - mit gleich sechszehn Motiven - Impressionen vom Niederrhein, wobei das Foto von Kloster Kamp den noch nicht restaurierten Terrassengarten abbildet

Ohne den Bergbau würde es unsere Stadt in der heutigen Form sicherlich nicht geben und die Gegend wäre vielleicht immer noch eine idyllische Wald- und Wiesenregion mit nur wenigen Bewohnern. Viele der heutigen Einwohner wären heute nicht auf der Welt, da ihre Vorfahren vor gut 100 Jahren nie den Weg nach Kamp-Lintfort gefunden, sich nie kennengelernt und geheiratet hätten.

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Die vorliegende Dokumentation möchte deshalb auf unterhaltsame Weise über die Entwicklung und Bedeutung des Bergbaus für unsere Heimatstadt, aber auch über die fundamentalen Veränderungen, die damit einhergingen, berichten. Erstmals wird dabei nicht nur die Entwicklung von Friedrich Heinrich, sondern auch die der ehemaligen Krupp-Zeche Rossenray (heute Schacht 1 und 2 der Schachtanlage Rossenray des Verbundbergwerks West der Deutschen Steinkohle AG) mit in eine Gesamtdarstellung über die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in unserer Heimatstadt einbezogen.

Bei der Auswahl des Bildmaterials haben sich die Autoren bemüht, möglichst auf wenig bekannte oder gar bisher noch nie publizierte Bilder, Skizzen etc. zurückzugreifen. Die Ansichtskarten stammen überwiegend aus den privaten Sammlungen der Autoren Albert Spitzner-Jahn und Gert W. F. Murmann sowie aus dem Fundus des Stadtarchivs, aus dem auch zahlreiches Bildmaterial entnommen werden konnte.

Bei den Biographien der Direktoren der Bergwerke Friedrich-Heinrich und Rossenray mußte "Mut zur Lücke" gezeigt werden, da es noch nicht einmal immer möglich war, wenigstens ein Foto aufzutreiben. Durch die zahlreichen Zusammenschlüsse im Bergbau ist leider auch sehr viel Aktenmaterial vernichtet worden oder abhanden gekommen, was sich nachteilig auf die Quellenlage auswirkt!

Wir hoffen, mit der vorliegenden Publikation nicht nur alle bergbaugeschichtlich interessierte, sondern auch viele heimatverbundene Leser und natürlich die Bürgerinnen und Bürger unserer Heimatstadt ansprechen zu können.

Glück Auf

Ralf Borkenhäuser, Pressereferent des Bergwerks West in Kamp-Lintfort

Gert W. F. Murmann, 2. Vorsitzender des BMSV K.-Lintfort von 1964 e.V.

Dr. Albert Spitzner-Jahn, Stadtarchivar der Stadt K.-Lintfort

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Über Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort liegt im Südwesten des Kreises Wesel in 51° 31' nördlicher Breite und 6° 33' östlicher Länge, zählt ca. 40.000 Einwohner und gilt als Mittelzentrum in der linksrheinischen Ballungsrandzone des Ruhrgebietes.

Ein geschlossenes Gemeinwesen entstand erst im Zuge der Industrialisierung durch den Steinkohlenbergbau, die endgültig im Jahre 1906 - also fast 50 Jahre nach der Rheinüberschreitung des Bergbaus bei Homberg - unter maßgeblicher Beteiligung französischer Banken eingeleitet wurde. Zu jener Zeit lebten auf dem 5.747 ha umfassenden Gebiet nur ca. 3.700 Menschen. Die Haupterwerbsquelle war die Landwirtschaft. In Kamp-Lintfort wurde von der alt eingesessenen und überwiegend katholischen Bevölkerung eine niederfränkische Mundart gesprochen, die heute nur noch außerhalb des städtischen Siedlungskerns gepflegt wird.

Den Ortsnamen "Kamp-Lintfort" gab es damals noch nicht; vielmehr existierten sechs dünn besiedelte Gemeinden, die zwar seit 1863 einer gemeinsamen Verwaltung unterstanden, sich aber erst 1934 zur Großgemeinde Kamp-Lintfort vereinigten. Die Gemeinden auf dem heutigen Stadtgebiet waren Camp, Hoerstgen, Camperbruch, Lintfort, Rossenray und Saalhoff. Die vier letztgenannten Streusiedlungen waren während der französischen Herrschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter der Bezeichnung "Vierquartieren" zusammengefaßt worden. Die sechs ehemaligen Einzelgemeinden, deren Gebiete ab 1816 - zur Preußenzeit - zunächst dem Kreis Rheinberg, dann - von 1823 bis 1857 - dem Kreis Geldern und schließlich dem Kreis Moers angehörten, seien an dieser Stelle kurz vorgestellt.

Die Ansichtskarte zeigt die Lage von Kamp-Lintfort im Herzen des Niederrheins

Die Gemeinde Camp besaß den gemeinsamen Verwaltungssitz und war in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg auch als Luftkurort bekannt. Das waldreiche Camp erstreckte sich auf einer Fläche von 1.647 ha und war durch die vielfältige Wirksamkeit der im Süden der Camper Stauchmoräne errichteten Zisterzienserabtei Camp sehr berühmt. Die Stiftungsurkunde der Abtei, deren bauliche Anfänge möglicherweise im Ortsteil Altfeld lagen, führt in das Jahr 1123 der gregorianischen Zeitrechnung und damit in das Hochmittelalter zurück. Auf dem Camper Gebiet bestand zeitweise im übrigen noch ein weiteres Kloster: das 1440 von Altfeld in die Ebene zwischen dem Kamper Berg und dem Dachsberg verlegte Beguinenkloster Mariahöfken, von dem heute nur noch der Hof- und Flurname "Beginnes" zeugt. Die Abtei Camp wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer der vermögendsten im ganzen Rheinland. Nach ihrer Aufhebung im Jahre 1802 jedoch verblaßte Camp zu einem unbedeutenden Flecken an einer Postkutschenlinie.

Die zwar kleinste, lokalgeschichtlich gewiß aber nicht uninteressanteste der früheren Gemeinden war das seit 1556 protestantische Hoerstgen mit einer Fläche von nur 418 ha, verstreut liegenden Höfen, einem Straßendorf und dem erstmals im frühen 14. Jahrhundert urkundlich erwähnten Haus Frohnenbruch. Noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts galt Hoerstgen als niederrheinisches Gretna Green, denn mit gebührenpflichtiger Zustimmung und Dispens der feudalen Reichsfreiherrn auf Haus Frohnenbruch konnte man hier auch dann die Ehe eingehen, wenn dies andernorts nicht möglich war. An der Wende zum 19. Jahrhundert bestand in Hoerstgen im übrigen die größte jüdische Gemeinde der Umgebung.

Die Gemeinde Camperbruch, das "Hankamerferdel" des 16. Jahrhunderts, erstreckte sich auf 583 ha und erlangte während des Siebenjährigen Krieges kurzzeitig eine gewisse geschichtliche Bedeutung. 1760 nämlich lieferten sich hier Truppen des Erbprinzen von Braunschweig-Lüneburg und französische Soldaten eine Schlacht.

Über das im Süden an Camperbruch angrenzende und sich auf einer Fläche von 779 ha ausdehnende Lintfort gibt es aus älterer Zeit nur wenig zu berichten, sieht man einmal ab von der wechselvollen Bau- und Sozialgeschichte der seit dem 14. Jahrhundert bezeugten Herrensitze Dieprahm und Eyll.

Ähnliches gilt für Rossenray mit seinen 591 ha. Im Osten Rossenrays an der Grenze zur Stadt Moers liegt der schon seit 1227urkundlich belegte Hof des Asdonks, der im Zeitalter der Kleinstaaterei ein Kuriosum aufwies: die Grenze zwischen der Grafschaft Moers und Kurköln verlief "durch Asduncks hauß durch die Kuchen", wie es in einem Grenzbesichtigungsprotokoll aus dem Jahre 1636 hieß.

Die Gemeinde Saalhoff schließlich war mit 1.729 ha die flächengrößte der früheren sechs Gemeinden. Im Norden dieses vormaligen "Horsterferdels", nahe der Grenze zu Rheinberg, trifft man auf das erstmals 1301 erwähnte ehemals kurkölnische Lehen "Eyll zur Heyden", das spätere Haus Heideck.

Außer Saalhoff, dessen Gebiet zu einem großen Teil durch den Staatsforst Leucht bedeckt wird, haben ferner die Ortsteile Kamp, Hoerstgen und teilweise auch Rossenray bis heute ihren ländlichen und vorindustriellen Charakter bewahrt.

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Chronologie der Bergbaugeschichte von Kamp-Lintfort

Auf der Seite "Chronologie des Bergbaus in Kamp-Lintfort" finden Sie ein tabellarische Auflistung der wichtigsten Ereignisse!
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Literatur

Eine ausführliche Bibliographie des Stadtarchivs der Stadt Kamp-Lintfort zur Allgemeinen und zur Geschichte des Bergbaus in Kamp-Lintfort finden Sie auf unserer "Bibliographie"-Seite!

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